A 6  Einweihung Amberg-Ost - AK Oberpfälzer Wald
und Gesamtfertigstellung

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Autobahndirektion Nordbayern für die freundliche Unterstützung

A 4 + A 6 + D 5 = E 50
Lückenschluss zwischen Paris und Prag
Fertigstellung der Autobahn Nürnberg - Pilsen
"Via Carolina" bringt Bayern und Böhmen näher zusammen

(BMVBS/ Eigene Berichterstattung) Am 10. September 2008 war es endlich soweit. Das 20 Kilometer lange Teilstück der A 6 von Amberg-Ost bis zum Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald war der letzte Lückenschluß für die Verbindung Paris – Nürnberg – Prag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel weihte gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und seinem tschechischen Amtskollegen Aleš Řebíček, dem bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann den letzten Autobahnabschnitt der A 6 mit einem Festakt nahe dem oberpfälzischen Schmidgaden ein.

Bereits unter Kaiser Karl IV (1316-1378) erlangte die Straßenverbindung vom "Goldenen Prag" zur Freien Reichsstadt Nürnberg historische Bedeutung. Die Autobahn Nürnberg – Amberg – Waidhaus – Pilsen - Prag wird nach dem Kaiser "Via Carolina" genannt. Die A 6 / D 5 steht nun auf einer Länge von 270 Kilometer komplett für den Verkehr zur Verfügung.

Der Künstler Harald Bäumler, der eine Skulptur "Via Carolina", den bayrisch-
böhmischen Knoten, geschaffen hat, überreichte diese in Miniatur der Kanzlerin.
 
Diese nun als Autobahn wieder erstandene historische Verbindung ist auch Teil der rund 1.000 Kilometer langen Europastraße E 50. Von Paris bis Freyming-
Merlebach ist sie die Autoroute A 4 und mit der bundesdeutschen A 6 über die nur 15 Kilometer lange Autoroute A 320 verbunden. Sie ist die zentrale Anbindung nach Osteuropa und sehr wichtig für das transeuropäische Verkehrsnetz. Die Kosten für das Teilstück betrugen rund 168 Millionen Euro. Seit 1995 wurden in den knapp 54 Kilometer langen bayerischen Strecken-
abschnitt zwischen Amberg und dem Grenzübergang Waidhaus 378 Millionen Euro investiert.

In Deutschland wurde mit dem Bau verschiedener Abschnitte der heute als A 6 benannten  Autobahn schon 1935 begonnen. Bis 1941 konnten Jahr für Jahr weitere Teilabschnitte dem Verkehr übergeben werden.

Alle Redner betonten die Bedeutung dieser Strecke das Zusammenwachsen Europas und besonders für Bayern und Böhmen.

"Schon der große und weitsichtige deutsche Kaiser und böhmische König Karl IV. habe etwas von europäischen Dimensionen verstanden", sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Heute haben das Ende des Kalten Krieges und der Fall des Eisernen Vorhangs das Gesicht Europas entscheidend verändert und Handel sowie Wirtschaft wiederbelebt“ Die Kanzlerin weiter: „Das ist einer der Momente, in denen mir durch den Kopf geht, wie unglaublich viel sich in den vergangenen 18 Jahren seit dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs zum Guten entwickelt hat für Deutschland, für Europa und für mich persönlich.“

Merkel sagte, der Verkehr sei ein Symbol für das pulsierende Leben eines Landes. Die Fertigstellung der A 6 und das Ende der täglichen Staus auf der Bundesstraße 14 schafften auch die Voraussetzung dafür, daß der Verkehr schneller und damit umweltfreundlicher fließen könne.

"Zwischen Nürnberg und Prag heißt es ab heute: Freie Fahrt!," sagte Bundesverkehrsminister Tiefensee. Damit ist die "Via Carolina", der  historische Handelsweg zwischen Ost und West, endgültig zu einer leistungsfähigen, transeuropäischen Verkehrsachse geworden. Die Oberpfalz und Böhmen dienen dabei als Bindeglieder. Der Ausbau der Straßen, Schienen und Wasser-
wege gehört auch in Zukunft zu den wichtigsten europäischen Aufgaben."

"Der Bund hat nun alle Lücken im nordbayerischen Autobahnnetz geschlossen", betonte Tiefensee. "Jetzt rollt der Verkehr auf der A 6 Via Carolina nach Tschechien, der A 71 und A 73 nach  Thüringen, auf der Maintalautobahn A 70 und der  Ostbayernautobahn A 93. Dazu wurde die A 9 in Franken  sechsstreifig erweitert. Die Investitionen des Bundes allein  für die seit den 90er Jahren in Nordbayern neu- oder  ausgebauten rund 400 Autobahnkilometer betragen rund drei  Milliarden Euro. Damit fördert der Bund Wirtschaft und  Beschäftigung und setzt wichtige Impulse für die weitere  Entwicklung Frankens und der Oberpfalz."

Der tschechische Verkehrsminister Aleš Řebíček betonte die Aufgabe der Autobahn als Schlüsselroute für die Wirtschaft und die Bevölkerung seines Landes. Von herausragender Bedeutung  war seiner Meinung nach schon der im Oktober 2006 fertiggestellte Autobahnabschnitt zwischen der Grenze bei Waidhaus und der A 93 Hof - Regensburg. Damit sei sein Land an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen worden. Da sein Land nun auch in wenigen Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt auch der Weg zwischen Prag und Brüssel kürzer geworden.

Bayerns Ministerpräsident Beckstein erinnerte an die unendliche Zahl von Lastwagen, die seit Ende 1999 auf zahlreichen Wegen und Umleitungen durch die Dörfer zwischen dem bisherigen Ausbauende bei Amberg und der Grenze bei Waidhaus gefahren sei. "Mit den Belastungen für die betroffenen Bürger ist es nun vorbei", sagte er. Der Lückenschluß würden auch die vielfältigen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen wiederbeleben.

Ein Laufevent begleitete die Eröffnung. Dieses Mal war es "nur" ein Halbmarathon hunderter Läufer und nicht die gesamte Strecke Nürnberg - Prag. Bereits seit Juli 2006 gibt es den Nonstop-Via-Carolina- Lauf. Symbolisch nimmt er die seit dem Mittelalter währende Geschichte der Via Carolina auf. Beim ersten Lauf schafften die Läuferinnen und Läufer die 320 km lange Strecke in der unbeschreiblich schnellen Zeit von unter 24 Stunden.

In der Nacht zum Donnerstag wurde der Streckenabschnitt dann auch für den allgemeinen Verkehr geöffnet.

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Die Trasse vor dem großen Ereigniss

Fahrradfahrer, Polizei und Autobahnmeisterei vor der Freigabe

Die Richtungsfahrbahn Nürnberg bleibt für die Halb-Marathonläufer frei.
In Richtung Pilsen dagegen parkten die Besucher über zwei Kilometer dicht an dicht

Die ältesten der zahlreichen Oldtimer

Zu Fuß geht es zum Veranstaltungsort

Fröhliche Gesichter aller Orten

Hier kann man Ehrengäste beobachten

Dicht gedrängt warten die Zuschauer auf den Beginn der Autobahneinweihung

Unter den Klängen des bayrischen Defiliermarsches treffen die Redner ein

Kanzlerin Merkel begrüßt die Geistlichen

Herrmann eröffnet die Veranstaltung

Verkehrsminister Aleš Řebíček

Ministerpräsident Günther Beckstein

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Scheren werden bereitgehalten

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Vor dem Start des Halb-Marathons

Die Läufern warten auf das Signal

und die Zuschauer feuern die Läufer an.

LOS !   Die Presse springt zur Seite...

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Motorräder der Johanniter Unfallhilfe

Bald fahren hier die ersten Autos

Die Skulptur "Via Carolina"

Den Läufer gehört die Autobahn zuerst

Die Mitarbeitern der Autobahnmeisterei beobachten Läufer und Gästekolonne

Fahrt zum Festplatz in Neumarkt

Volksfest in Neumarkt

(v.l.n.r.) Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Bundeskanzlerin Angela Merkel , der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, der tschechische Verkehrs- minister Aleš Řebíček und der Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann eröffnen in Schmidgaden mit einem symbolischen Scherenschnitt den Lückenschluß der A 6.

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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