75 Jahre Kraftwagenstraße Köln - Bonn

Planung und Bau 1926 - 1932

Die Rheinische Provinzialverwaltung befasste sich ab 1926 mit Plänen einer plankreuzungsfreien Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet, Köln und Bonn. Zusätzlich war auch noch eine Strecke von Köln nach Aachen in der Diskussion. Diese Strecken sollten aber nicht an Köln vorbei geführt werden, sondern über den Ortsteil Mühlheim und die neue Rheinbrücke an der Rheinuferstraße mitten durch die Stadt geführt werden.
Durch die wirtschaftlich katastrophale Lage ab 1929 konnten diese Ideen nicht in Pläne umsetzt werden. Angefangen wurde die Verbindung Ruhrgebiet - Köln an wenigen Stellen, Umgehungsstraße Opladen (1933 freigegeben) und Vorarbeiten am Mühlheimer Zubringer (heute Anschlußstelle Köln-Mühlheim zur A 3)
Fertiggestellt wurde nur die dringend nötigste Verbindung Köln – Bonn.

Die damalige Landstraße zwischen Köln und Bonn war mit rund 4.200 Fahrzeugen am Tag und Spitzenwerten von 1.800 in der Stunde, die verkehrsreichste Straße im Deutschen Reich. Enge Ortsdurchfahrten erschwerten den Verkehrsfluß. Am 30. Dezember 1926 wurde der Beschluß zum Bau gefasst. Treibende Kraft war der Landeshauptmann Johannes Horion als Chef der Verwaltung der Rheinprovinz. Ende Oktober 1929 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Die gesamten Kosten beliefen sich nach rund 33 Monaten Bauzeit auf 8,6 Millionen Reichsmark.

Der Bau der Strecke galt als ‚Notstandsarbeit’. Eine neue Arbeit fanden damit auch mehr als 5.500 Arbeitslose. Daher wurde ein Teil der Kosten (630.000 RM Grundförderung und 3,15 Million RM Darlehn) auch von der Arbeitslosenversicherung übernommen. Eine Idee die 1933 wieder aufgegriffen werden sollte. Schweres Gerät, wie Bagger oder Förderbänder, wurde bewußt nicht verwendet. Die Erdmassen wurden von Hand in Loren geschaufelt und anschließend an anderer Stelle wieder von Hand verbaut. Insgesamt wurden so 700.000 Kubikmeter bewegt. Auch ansonsten dominierte die Handarbeit an 260.000 Quadratmeter Packlage und Fahrbahndecke. Materialtransporte wurden im wesentlichem von der Rheinuferbahn mit über 15.000 Waggonladungen durchgeführt.

Die Strecke war damals wie heute 20 km lang. Anfangs- und Endpunkte sind die großzügig angelegten Verteilerkreisel (Kreisverkehrsplätze im Amtsdeutsch) in Köln und Bonn. Gebaut wurden vier Fahrspuren je drei Metern Breite, getrennt nur durch die Fahrbahnmarkierungen, ohne Stand- und Randstreifen. Mit errichtet wurden 31 Brücken und die Anschlußstelle Wesseling. An einigen Stellen waren auch die Vorläufer von Leitplanken zu sehen.

Am 6. August 1932, einem Samstag, wurde die neue Strecke eingeweiht. Hier fanden sich schon die bis heute üblichen Zeremonien bei einer Verkehrsfreigabe. Ein geschmückter Festplatz, Ansprache der Honoratioren, Medienandrang, Durchschneiden des Bandes und interessierte Zuschauer. Damals wurde allerdings noch das Deutschlandlied gesungen und die Strecke befahren. Eine Besonderheit war auch eine Sternfahrt des ADAC mit etwa 2.000 Kraftwagen aus allen Teilen Deutschlands zur neuen Straße am darauf folgenden Tag. Dem regulären Verkehr übergeben wurde die Strecke erst am Montag den 8.August 1932, ähnlich unspektakulär wie die heute auch geschieht.

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Godorfer Hauptstraße

Am ”Kreisel” in Köln

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Der Betrieb der Strecke von 1932 bis 1965

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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