75 Jahre Kraftwagenstraße Köln - Bonn

Ausbau zur Bundesautobahn A 555

Von 1965 bis 1967 wurde daher die Strecke zur Autobahn umgebaut und erhielt südlich des Autobahnkreuzes Köln-Süd sechs Fahrspuren mit Standstreifen und später an einigen Stellen eine Beleuchtung im Mittelstreifen

1964 wurden schon als Vorarbeiten die Ölleitungen der Chemieindustrie bei Wesseling verlegt. Ab der Anschlussstelle Rodenkirchen wurden alle Kreuzungsbauwerke  (bis auf eines) abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Der gesamte Umbau erfolgte unter fließendem Verkehr. In der Regel wurde die neue Richtungsfahrbahn Bonn westlich der bestehenden Trasse errichtet. Anschließend der Verkehr umgelegt und die alte Kraftwagenstraße zur Richtungsfahrbahn Köln umgebaut.

An der Anschlussstelle Rodenkirchen entstand bei dieser Gelegenheit eines der ersten Regenrückhaltebecken an bundesdeutschen Autobahnen. Der Abwasserkanal führt auch heute noch bis zum Rhein. Ein weiterer Sammelkanal führt bei Kilometer 13 direkt in den Rhein.

Neu gebaut wurde auch die Anschlussstelle Köln-Godorf bei Betriebskilometer 5,1.

Die alte Anschlussstelle Wesseling (Brühler Straße) wurde aufgegeben. Das Gelände der dort befindlichen Straßenmeisterei wird zum Teil heute noch genutzt, hingegen das Hauptgebäude beherbergt seit 1976 in urig- gemütlicher Atmosphäre die Räume eines Motorrad-Clubs.

Besondere Herausforderungen stellte der Wesselinger Bogen an die Straßenbauer. Der 1.000 Meter Radius war ein Unfallschwerpunkt, der durch veränderte Querneigungen entschärft werden mußte. Dadurch mußte auch die Brücke mit einem völlig veränderten Winkel neu errichtet werden.

Auch die Überführung Keldenicher Straße stellte aufgrund der engen Bebauung in Stadtlage und zahlreicher Leitungen eine schwierige Aufgabe dar und machte den Bau einer Behelfsbrücke notwendig.

In der dichten Bebauung Wesselings war es unausweichlich, daß die Grundstücke von zahllosen Anliegern teilweise für die neue Autobahn in Anspruch genommen werden mußten. So haben die leitenden Mitarbeiter in diesem Bereich „auf jedem Sofa gesessen“ um die Verhandlungen mit den Eigentümern zu führen.
Am Südende Wesselings wurde die neue Anschlussstelle errichtet. Da auch hier zahllose Leitungen die Trasse unterqueren, scherzten die Straßenbauer schon damals, daß die Autobahn hier „mehr auf Rohren, als auf Kies“ gebaut würde.

Bei Kilometer 13,9 wurden im Zuge des sechsstreifigen Ausbaues an beiden Richtungsfahrbahnen die Parkplätze Eichkamp errichtet. Später wurden diese, obwohl in Wasserschutzzone 2 gelegen,  zu Tank- und Rastanlagen umgebaut.
Aufgrund der geringen Entfernung zwischen Köln und Bonn, sowie den an beiden Kreisverkehrsplätzen vorhanden Tankstellen, konnten beide Anlagen nie rentabel geführt werden. Schon nach wenigen Jahren wurden diese geschlossen und die Gebäude werden heute vom TÜV Rheinland als Verkehrssicherheitszentrum und Versuchszentrum genutzt.

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Die A 555 nach dem Ausbau

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Wir danken Herrn Dipl. Ing. Lutz Herrmanns  für die freundlichen Auskünfte und wertvollen Informationen zum Ausbau der A 555

Im Andenken an das erste Todesopfer auf der Kraftwagenstraße Köln – Bonn findet sich westlich von Eichkamp ein Kreuz mit Inschrift.

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Wappen der Gemeinde Bornheim an der ehemaligen Rastanlage Eichkamp.

Links oben: TÜV Rheinland Verkehrssicherheitszentrum
Links unten: Betriebszufahrt zum Versuchszentrum

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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