Veränderung einer Mittelstreifenüberfahrt (MÜ)

Info: Braunkohle

Die größte Braunkohlenlagerstätte Europas liegt am Niederrhein zwischen den Städten Köln, Aachen und Mönchengladbach. Braunkohleflöze liegen unter teils mehrere hundert Meter mächtigen, lockeren Sedimentschichten aus dem Tertiär und den Eiszeiten. Deswegen kann diese Kohle nur im offenen Tagebau abgebaut werden. Dadurch verändert sich die Landschaft grundlegend.
Auf der einen Seite des Tagebaus werden der Abraum und die Kohle mit Schaufelradbaggern abgebaut. Unmittelbar danach wird auf der anderen Seite der Abraum - über Förderbänder - aufgeschüttet.  Die Ausgestaltung dieser dadurch entstehenden neuen Landschaft ist die Aufgabe der Rekultivierungsabteilung der RWE POWER AG.

Info: RWE POWER AG

Die RWE POWER AG, einer der größten Stromproduzenten Europas, stellt aus Braunkohle 15% des Stromes der öffentlichen Versorgung in der gesamten Bundesrepublik Deutschland her. Bei RWE POWER, früher Rheinbraun, und den Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland arbeiten etwa 18.000 Mitarbeiter mit einen Außenumsatz von rund 3 Mrd. Euro.  Auf Basis Braunkohle werden außerdem feste Brennstoffe und Filterkoks hergestellt.

Als größte Baustelle Europas gilt in Grevenbroich-Neurath der Bau des neuen BoA-Doppelblocks BoA steht für „Braunkohlenblock mit optimierte Anlagentechnik“, d.h. hier wird mit einem sehr hohen Wirkungsgrad gearbeitet.
RWE-POWER investiert hier 2,2 Milliarden euro um rund 10 Millionen Menschen mit Strom zu versorgen. Zu Grundsteinlegung im August 2006 waren u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsident von NRW Jürgen Rüttgers anwesend. Das Kraftwerk hat eine Gesamtleistung von 2.200 Megawatt soll bis 2010 fertiggestellt sein. Nur sinnvoll durch Garzweiler II.

Info: Garzweiler II

Der geplante Braunkohletagebau Garzweiler II war über viele Jahre hinweg eines der umstrittensten Energiegroßprojekte der letzten Jahrzehnte und beeinflußte stark die Innenpolitik des Landes NRW.

Inmitten des Dreiecks aus den  Bundesautobahnen A 44, A 46 und A 61 liegen die Dörfer Holz, Otzenrath, Spenrath, Borschemich und Pesch. Diese wurden an anderer Stelle in Neubaugebieten wieder errichtet. An ihre ursprüngliche Stelle werden sie im Gegensatz zu den Autobahnen nicht wieder zurückkehren. Die Bewohner und Betriebe sind schon weitestgehend umgesiedelt.

Für viele der rund 7.500 Betroffenen ist es ein tragisches Schicksal die Heimat zu verlieren. Für die Archäologie ergeben sich jedoch  Möglichkeiten auf großen Flächen Untersuchungen ganzer Ortskerne durchführen zu können. Auch in Otzenrath haben zahlreiche, teilweise archäologisch sensationelle, Funde wichtige Hinweise und Erkenntnisse auf das Leben der Landbevölkerung in den letzten Jahrhunderten liefern können. Rund 1,2 Millionen euro investiert der Landschaftsverband Rheinland (früher auch für Straßen und Autobahnen zuständig) in die Bodendenkmalpflege am Tagebau. RWE-POWER unterstützt dies mit Großgerät und Personal.

Am 18.Juni 2006 feierten die Otzenrather in ihrer alten Kirche ihren letzten Gottesdienst.  Im Bereich der ehemaligen Anschlussstelle Otzenrath näherte sich zur selben Zeit der RWE Großbagger 258 der Grenze zwischen den Abbaugebieten Garzweiler I und Garzweiler II. Gegen Mittag ist Garzweiler II angebaggert.
Vorangegangen waren 20 Jahre Planung und Investitionen von 600 Millionen euro. Auf 48 Quadratkilometern werden bis 2045 mit bis zu 210m Tiefe rund 1,3 Milliarden Tonnen  Braunkohle gefördert. Gesichert werden damit, ganz ohne Subventionen, 20 % des Energiebedarfs im Rheinland und Westfalen und 6% des Bundesbedarfs.

Info: Betriebskilometrierung und Knotenpunkte

A 44 Aachen - Neuss
AK Jackerath  (10) km 45,4
AS Otzenrath  (11) km 49,3
AK Holz           (12) km 52,0

A 46 Heinsberg - Neuss
AK Wanlo       (10) km 44,4
AK Holz          (11) km 48,3

A 61 Venlo - Koblenz
AK Wanlo       (15) km 35,3
AS Wanlo       (15) km 37,0
AS Jackerath  (16) km 43,0
AK Jackerath  (16) km 43,0

Autobahnen im Bereich des Tagebaues Garzweiler II

Weitere Informationen: RWE POWER AG Bilfinger & Berger Strassen.NRW

weiterlesen:  >>

"Wegen des Braunkohleabbaus "Garzweiler II" wird die A 44 zwischen dem Autobahnkreuz Holz und dem Autobahnkreuz Jackerath künftig für Bergbauzwecke in Anspruch genommen werden. Die Verkehrsströme werden von der A 61 und der A 46 übernommen."

Hinter dieser knappen Beschreibung verbirgt sich ein seit 1992 geplantes und auf Jahrzehnte angelegtes Großprojekt. Von der Idee bis zum endgültigen Abschluß wird dann nahezu ein halbes Jahrhundert vergangen sein. Es beruht auf einer intensiven und erfolgreichen Kooperation zwischen Energieversorger und Straßenbau.

Kopie von 038_3502
030_2728
019_1625
F100000807
F100003309
F100003710
017_1420
018_1519
F100002709
F100003108
014_1123
019_1626
022_1925
023_2020
038_3518
F100001702
005_221
018_1520
019_1627
020_1721
024_2122
025_2223
031_2814
037_33A
F100000404
F100001811
A44

Links: Tagebau Garzweiler I - Rechts: Beginn Garzweiler II

Rampe von Mönchengladbach nach Aachen vor und während des Rückbaues

Grafik: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Wir danken allen zuständigen Kräften für die freundliche Unterstützung, insbesondere den Mitarbeitern der RWE POWER AG
und den Mitarbeitern von Bilfinger & Berger

C~00003905
C~00004004
C~00004106
C~00004305
C~00003806
C~00003906
039_35A03

weiterlesen:  >>

024_2117
F100000105
C~00004906
Kopie von 023_2004
Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
Logo25