Für den Bau der US Air Base Ramstein ist nach dem Krieg ein 1941 zum Teil nur einbahnig eröffnetes Autobahnteilstück zwischen dem Kreuz Landstuhl und der AS Kaiserslautern-Einsiedlerhof eingezogen und zur Start- und Landebahn für US-Militärflugzeuge ausgebaut worden. Mit freundlicher Genehmigung der US Army durften die AGAB-Mitglieder im Mai 2003 einen Blick vom Flugplatz-Tower auf die ehem. Autobahnrelikte werfen. 

Die AGAB-Mitglieder konnten – ausgestattet mit entsprechender Sicherheitsausrüstung – die mehrstöckige Bunkeranlage besichtigen.

… im Inneren mit Schutz- und Verteidigungsräumen der Wehrmacht ausgestattet ist.

Blick von einer nicht mehr in Betrieb befindlichen Straßenüberführung auf die einbahnige ehemalige Autobahn.

Östlich der Start- und Landebahn wurde nur die südliche Fahrbahn hergestellt. Noch heute fahren die Angehörigen der US Army bei Ihrer Fahrt zur Ramstein Air Base durch die Fragmente einer nicht mehr fertiggestellten Waldwegüberführung hindurch.

Kurz vor dem wieder Einschwenken der BAB A 6 in die ursprüngliche Trasse war sogar noch ein Stück der originalen Fahrbahndecke von 1941 (mit 2,25 m breiter Standspur) vorhanden.(mittlerweile Schotterweg)

Unmittelbar östlich der Start- und Landebahn ist außerdem eine Bahnunterführung erhalten
geblieben, welche …

Für die nördliche Fahrbahn sind im Bereich der unvollendeten Waldwegüberführung vor 1945 noch die Randsteifen betoniert worden. Heute sind diese Relikte – hier die 2,25 m breite Standspur – von dichtem Bewuchs umgeben.

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8. Hauptversammlung in Landstuhl 16.-18.05.2003

Zur 8. HV trafen wir uns in Rheinland-Pfalz bei Ramstein, wo sich der amerikanische Flughafen direkt auf der ehemaligen RAB-Trasse befindet. Dieses 1941 eröffnete Autobahn-Teilstück war nie eine "richtige" Autobahn, da es schon im 2. Weltkrieg als Feldflughafen und anschließend bis heute von den Amerikanern genutzt wird. 1956 wurde zunächst eine provisorische Umfahrung im Norden, 1961 die heutige endgültige Umfahrung im Süden in Betrieb genommen.

Am Freitag, den 16.05.03 ließen wir unsere Autos vor dem Haupteingang der Air Base und fuhren per Bus über große Teile des Flughafenbereichs, wobei Fotografieren mit kleinen Einschränkungen erlaubt war. Die RAB-Trasse ist kaum noch zu erkennen, sie ist heute eine breite betonierte Rollbahn - die eigentliche Start- und Landebahn liegt etwas südlicher, dazwischen befindet sich der Kontrollturm. "Höhepunkt" unseres Besuchs war die Besteigung dieses Turms in zwei Gruppen nacheinander mit interessanter Aussicht über das ganze Gebiet. Anschließend konnten wir eine Transportmaschine vom Typ Hercules besichtigen. Drei Bachdurchlässe (u.a. über den Mohr-Bach) aus damaliger Zeit konnten fotografiert werden, wozu der Busfahrer z.T. abenteuerliche Fahrten unternahm. Der derzeitige Ausbau des Flughafens zeigt, dass hier für die kommenden Jahrzehnte gebaut wird.

Am Samstag, den 17.05.03 trafen wir uns nördlich von Kaiserslautern an der 1937 fertig gestellten Waschmühltalbrücke. Sie besteht aus 9 Stampfbeton-
pfeilern mit roter Sandsteinverkleidung; die Gesamtlänge beträgt 265 m, die Höhe über Talsohle 30 m. Für jede Fahrtrichtung existiert auch heute noch eine nur 9 m breite Brücke mit 4 m Abstand voneinander. Dagegen ist die westlich davon liegende Lauterbachtalbrücke eine Stahlkonstruktion mit durchlaufenden Balkenträgern über 5 Öffnungen von 48-64 m Stützweite (zus. 272 m), 30 m über Talsohle, Stampfbetonpfeiler und -widerlager ebenfalls mit rotem Sandstein verblendet. Die Waschmühltalbrücke blieb 1945 unzerstört, während die Lauterbachtalbrücke gesprengt und erst 1956 wieder aufgebaut wurde. Von einer alten Wegüberführung hatten wir einen schönen Blick auf die schnurgerade Streckenführung zwischen beiden Brücken.

Danach besichtigten wir die beiden östlich und westlich außerhalb des Flughafens liegenden RAB-Teilstücke. Bei KL-Einsiedlerhof ist nur die südliche Fahrbahn vorhanden, hier gab es eine vollendete und eine unvollendete Überführung (mittlerweile abgerissen), sowie eine (Eisenbahn-)Unterführung, bei der die Widerlager zu einem einstöckigen Bunker erweitert sind. Zur deren Besichtigung leisteten unsere Taschenlampen gute Dienste. Nordwestlich der AS Landstuhl sind beide Fahrbahnen ausgebaut und der Mittelstreifen betoniert. Hier besichtigten wir einen zweistöckigen "Brückenbunker", einige Mutige kletterten über Krampen nach oben. Obwohl das Befahren dieser Strecke nur Militärfahrzeugen erlaubt war, erhielten wir dennoch durch plötzlich auftauchenden deutschen Polizei die Zustimmung zur Befahrung durch unseren Konvoi.

Das westliche Ende der Autobahn-Trasse befindet sich am damals noch nicht ausgebauten Kreuz Landstuhl - das heutige Autobahnkreuz liegt ein Stück weit südlicher. Wir durchfuhren einen ca. 2 m breiten Durchlass unter der A 6 und besichtigten bei einer verbreiterten Brücke der A 62 ein Denkmal für den RAD (Reichsarbeitsdienst).

Nach dieser wieder gut geplanten und durchgeführten Tour begann in der "Pfeffermühle" bei Landstuhl unsere 8. HV.

Fazit: bisher ist uns für jedes Treffen immer wieder ein neuer Höhepunkt eingefallen und das soll so bleiben!

Dr.-Ing. Wolfgang Seele, Mannheim

Vergleiche auch: A 6  Waschmühltalbrücke

8. Treffen in Landstuhl 16. - 18.05.2003

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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