Ziel unseres Herbsttreffens 2009 war die Eifel mit der Neubaustrecke der A 1 nördlich von Daun.

Schon am Freitagabend konnten wir den interessanten und spannenden Ausführungen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Autobahnen und Kraftfahrstraßen in Rheinland-Pfalz zuhören, die uns ein Mitarbeiter des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau darbot.

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Liesertalbrücke A 1

Überführung mit zukünftiger Trasse

Die A 1 und die A 48 im Bereich der Eifel im Umfeld von Daun werden auch als Eifelautobahn bezeichnet. Ende 1941 waren auf der Autobahn Koblenz – Trier zwischen den heutigen Anschlussstellen (AS) Kaisersesch und Wittlich-Mitte in drei Teilbereichen 13,6 km einbahnige Fahrbahn und  34 Brücken ganz oder teilweise fertig gestellt. Bis 1964 erfolgte die einbahnige Verkehrsfreigabe dieser 44 km langen Strecke als B 408; 1970 wurde die B 408 zur BAB aufgestuft.

Ab 1970 entstand die A 1 von Köln aus Richtung Süden, 1982 war sie bis zur AS Blankenheim in Betrieb. Erst 1997 wurde die A 1 zwischen dem Autobahndreieck Vulkaneifel und der AS Daun eröffnet, 2005 erfolgte ihre Verlängerung bis zur provisorischen AS Rengen. Von der jetzt noch 33 km langen Lücke steht zurzeit der etwa 3,5 km lange Abschnitt von Rengen bis zur AS Gerolstein kurz vor der Fertigstellung, das anschließende Teilstück bis zur AS Kelberg soll bis Anfang 2012 folgen.

Die Vollendung des Lückenschlusses bis zur Anschlussstelle Blankenheim, auf den die vom Durchgangsverkehr betroffenen Bürger schon lange warten, ist noch lange nicht abzusehen.

Liesertalbrücke der A 1 - Blick nach Süden

Am 12.09.2009 trafen wir uns im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) in Nerdlen nördlich von Daun. Dort stellte Herr von Landenberg, Leiter des Baubüros A 1 vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein, sein Bauvorhaben vor. Er gliederte seinen Vortrag in die beiden Teile Erdarbeiten an der Trasse und Errichtung der Liesertalbrücke. Wir bekamen einen guten Eindruck von den vielen Schwierigkeiten, die beim Bau eines scheinbar so leichten Bauabschnitts auftreten, z.B. Böschungsrutschungen beim Dammbau.

Anschließend konnten wir uns unter sachkundiger Führung des Landesbetriebes Mobilität Gerolstein ein Bild von der Strecke machen. An der AS Gerolstein konnten die gewaltigen Erdarbeiten und der Aufbau der Gesteinsformationen im Detail studiert werden. Von dort ging es über die in Bau befindliche Trasse bis zur 120 m langen Talbrücke Königsuhr. Nächstens Ziel waren die Entwässerungssysteme südlich der AS.

Als Höhepunkt folgte dann die Besichtigung der Liesertalbrücke. Dieses Bauwerk ist nicht nur von außen beeindruckend sondern passt sich durch die filigrane Form hervorragend in die Landschaft ein. Die Liesertalbrücke ist eine Großbrücke von 578 m Länge und 52 m Höhe, sie besitzt sieben Felder von 88 und 69 m Länge,  die Pfahlgründungen der Pfeiler reichen bis in 30 m Tiefe. Der 5 m hohe Spannbeton-Überbau verfügt über interne und externe Spannglieder und wurde im Taktschiebeverfahren hergestellt unter Verwendung von (verschiebbaren) Hilfspfeilern.

Ein besonderes Erlebnis war die Begehung der Widerlager und des Hohlkastens. Letzter wurde komplett durchlaufen. Hier war das Prinzip der externen Spannglieder gut zu erkennen. Am nordwestlichen (Kölner) Widerlager  wurde das traditionelle Gruppenbild aufgenommen. Von da aus ging es anschließend auf der Brücke zurück, wo zahlreiche Einzelheiten betrachtet wurden.

Auch hier wurde noch einmal klar, welche Leistungen die Bauleute an diesem Autobahnabschnitt erbringen

Auch das schon fast traditionelle „AGAB-Wetter“ stellte sich diesmal wieder ein und ermöglichte uns alle Erkundungen trocken und später bei Sonnenschein durchzuführen.

Dr.-Ing. Wolfgang Seele, Mannheim

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Abendlicher Vortrag ...

.. diesmal vom Ministerium

Straßensperrung für Marathon in Daun

Studium der Gesteinsschichten

Mittagspause an der AS Gerolstein

Auch für die Verkehrsanfänger toll

“Trierer” Widerlager der Liesertalbrücke (Südliches Widerlager) von Innen

Na endlich - Gruppenphoto vor der Lisertalbrücke

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21. Treffen in Daun 11.-13.09. 2009

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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